Angststörungen

Ängste und Phobien

Angststörungen sind sehr verbreitet. Sehr viele Menschen leiden an den unterschiedlichsten Ängsten, die jedoch für sie nicht sonderlich belastend sind. Dann stellen diese Ängste kein grosses Problem dar und lassen sich einfach “umgehen”. Eine andere Situation ergibt sich aber dann, wenn die Ängste sehr massiv und zu einem grossen  Hindernis werden, das die Lebensqualität der Menschen stark einschränkt. Oder das es verunmöglicht, dass sie ihre Ziele und Wünsche verwirklichen können, weil die Ängste dies verhindern. Angsterkrankungen können bei Kindern und bei Erwachsenen auftreten; in der Praxis biete ich nur Behandlungen für Erwachsene an.

Angststörungen unterscheiden sich erheblich voneinander und nicht selten treten bei den Betroffenen verschiedene Arten und Formen von Angst nebeneinander auf. Die Diagnostik einer Angsterkrankung erfolgt durch den Psychotherapeuten.

Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.
(Erich Kästner)

Welche Angststörungen gibt es? Arten und Definitionen

Man unterscheidet verschiedene Angststörungen:

  1. Panikstörungen
  2. Generalisierte Angststörung
  3. Angst und depressive Störung, gemischt
  4. Phobien

1) Panikstörung

Eine Panikstörung liegt dann vorwenn wiederkehrende Panikattacken auftreten, die wie aus heiterem Himmel über die Betroffenen hereinbrechen. Begleitend zeigen sich dann heftige körperliche Beschwerden wie Atemnot, Schweißausbrüche, Herzrasen und Schwindelgefühle, die sich bis zur Todesangst steigern können, jedoch binnen einer Stunde meist wieder vollständig abklingen. Viele Betroffene leben mit der ständigen Sorge vor der nächsten Panikattacke, und es ist oft diese Angst vor der Angst, die im Alltag als besonders einschränkend empfunden wird. Daher kommt es zu Vermeidungsverhalten, d.h. die Betroffenen gehen jeder Situation aus dem Weg, die vermeintlich die nächste Panikattacke auslösen könnte.

2) generalisierte Angststörung

Menschen mit einer generalisierten Angststörung erleben Ängste, die situationsungebunden sind und sich auf alles Mögliche beziehen können. So können sie sich zum Beispiel in einem Moment ängstigen, dass ihr Kind auf dem Weg zur Schule von einem Auto angefahren wird. Im nächsten Augenblick fürchten sie, dass ihr Partner mit dem Auto einen Unfall haben könnte. Oder dass sie Probleme am Arbeitsplatz bekommen könnten. Die Ängste und Sorgen betreffen also viele Lebenssituationen und -bereiche (daher “generalisiert”) und sind unverhältnismäßig stark ausgeprägt.

Durch die Sorgen und Ängste kommt es zu einer Überaktivierung des vegetativen Nervensystems mit starker Adrenalinausschüttung. Dadurch kann sich der Körper in einem andauernden Zustand innerer Erregung und Anspannung befinden. Mögliche Symptome sind Nervosität, Muskelverspannungen, Herzklopfen und Magenbeschwerden. Sich ständig zu ängstigen ist ausserdem sehr erschöpfend und kann daher zu Konzentrations- und Schlafstörungen führen. Ein auftretendes Element der Störung ist das sich permanent um alles Mögliche zu sorgen und endlose Gedankenschleifen zu erleben, was alles passieren und schieflaufen könnte.

3) Angststörungen und Depressionen

In vielen Fällen gehen Angststörungen auch mit Depressionen einher. Dies ist verständlich, da die Angststörung den Lebensradius der Betroffenen so stark einschränkt, dass es einem sozialen Rückzug und einer Reduzierung sozialer Kontakte kommen kann. Ausserdem können Grundbedürfnisse teilweise nicht befriedigt werden und eine persönliche Weiterentwicklung wird erschwert, was zu einer generellen Unzufriedenheit führen kann. Werden die Ängste nicht rechtzeitig behandelt, können sich begleitend daher Depressionen entwickeln.

4) Phobien

Eine Phobie ist eine starke Angstreaktion bei der Konfrontation mit bestimmten Situationen, Tieren, Personen oder Objekten. Bei den Phobien unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Ängsten:

  1. die spezifische (isolierte) Phobie
  2. die soziale Phobie
  3. die Agoraphobie

Einige Erläuterungen zu den Phobien

Als spezifische Phobien werden die zahlreichen verschiedenen Ängste vor bestimmten Dingen oder Situationen bezeichnet, wobei u.a. Phobien vom Naturgewaltentyp, vom Tiertyp, Injektions- und Verletzungstyp sowie vom situationsgebundenen Typ (z.B. Prüfungsangst) unterschieden werden.

Es gibt sehr viele unterschiedliche spezifische Phobien. Im Folgenden sind einige bekanntere Phobien aufgelistet:

  • Achluophobie: Angst vor dunklen Räumen
  • Arachnophobie: Angst vor Spinnen, Spinnenphobie
  • Aviophobie: Flugangst
  • Bathophobie: Höhenangst
  • Dentalphobie: Angst vor dem Zahnarzt
  • Erythrophobie: Angst vor dem Rotwerden, Errötungsangst
  • Hematophobie: Angst vor Blut
  • Hypochondrie: Angst vor Krankheiten
  • Klaustrophobie: Angst vor engen Räumen
  • Ornithophobie: Angst vor Vögeln
  • Phobophobie: Angst vor der Angst

Sowie einige Phobien, die auch gerade im beruflichen Kontext sehr einschränkend sein können wie Lampenfieber, Redeangst (Logophobie) oder Präsentationsangst.

Psychotherapie der Angststörungen

In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Formen der Therapie von Angststörungen entwickelt. Beispielhaft seien hier die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), die Schematherapie, EMDR oder die kognitive Verhaltenstherapie erwähnt. Ärztlicherseits werden gegebenenfalls Medikamente wie z.B. Antidepressiva, Anxiolytika oder Benzodiazepine verordnet. Letztere sind aufgrund des hohen Suchtpotentials allerdings nur kurzzeitig als Beruhigungsmittel indiziert. In jedem Falle sollten bei einer Angsterkrankung die Ursachen der Störung festgestellt werden und es sollten in der Therapie wirksame Bewältigungsstrategien der Ängste erlernt werden.

In der Praxis behandele ich Ängste und Angststörungen mit Verhaltenstherapie und der Hypnosetherapie. In der Hypnosetherapie hat sich vor allem auch die Arbeit mit der Hypnonalyse bewährt, die es als Hypnosetherapeut ermöglicht, die lebensgeschichtlichen Ursachen und Auslöser der Ängste zu finden. Dabei können die in der Hypnose vergessen geglaubten Erinnerungen wieder zugänglich gemacht werden und systematisch verändert werden, so dass die Auflösung der Ängste ermöglicht wird.

Dabei gehe ich als Hypnotherapeut so vor, dass ich in der Vorstellung eine Konfrontation mit den angstauslösenden Situationen während der Sitzung mit klinischer Hypnose anleite. Dadurch kann die Reaktion auf angstauslösende Reize systematisch verändert werden. Gleichzeitig werden mit den Ängsten in Verbindung stehende negative Lebenserfahrungen bearbeitet.

Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie kann das in den Sitzungen erarbeitete im Alltag direkt umgesetzt werden, indem man sich den Ängsten wieder stellt. Denn nach langjährig bestehenden Angsterkrankungen besteht auch nach der Behandlung manchmal noch eine „Angst vor der Angst“, also eine Angst vor den vermeintlich auftretenden starken körperlichen Reaktionen (die dann aber plötzlich nach erfolgreicher Behandlung ausbleiben), die am wirkungsvollsten durch eine Konfrontation mit den ursprünglich angstauslösenden Reizen überwunden werden kann. Gerade die Kombination aus Hypnosetherapie und Verhaltenstherapie erweist sich in der Therapie also als besonders wirksam.