Agoraphobie

Was ist eine Agoraphobie?

Bei der Agoraphobie zeigt sich eine Angst vor öffentlichen Plätzen, Menschenansammlungen, alleine zu reisen oder allen Situationen, wo Flucht, Hilfe oder Rettung für die Betroffenen unerreichbar erscheint. Früher wurden für diese Phobie auch Bezeichnungen wie Platzangst, Angstneurose, Reizherz, Da Costa Syndrom, Herzphobie oder Straßenfurcht verwendet. Menschen mit dieser Phobie befinden sich in guter Gesellschaft, denn auch von Freud, Brecht und Goethe ist überliefert, dass sie an Panik bzw. Agoraphobie litten. Bleibt die Agoraphobie lange unbehandelt, so entwickeln sich begleitend auch oft Depressionen. Die Agoraphobie kann mit Verhaltenstherapie und therapeutischer Hypnose sehr gut behandelt werden.

Wie äussert sich eine Agoraphobie?

Befinden sich Agoraphobiker in einer Situation, die sie als bedrohlich empfinden, so geht das Auftreten der Angst mit heftigen Körperreaktionen einher, die sich bis zu starken Unruhezuständen und Anspannung, Schwindel, Schweissausbrüchen und Herzschmerzen steigern kann. Geht die Agoraphobie mit massiven Paniksymptomen einher, so können Betroffene das subjektive Gefühl von einer ernsten Lebensbedrohung während einer Panikattacke entwickeln, was in vielen Fällen zu einer notärztlichen Behandlung führt. Bei Vorliegen von Panikattacken spricht man auch von einer Agoraphobie mit Panikstörung.

Agoraphobiker erleben einen hohen Leidensdruck und zeigen ein ausgeprägtes Vermeidungs-verhalten. So werden öffentliche Verkehrsmittel, Autofahrten auf Autobahnen oder abgelegenen Landstraßen, Waldspaziergänge oder das Einkaufen in einer belebten Fussgängerzone vermieden. Manche Betroffene sind nur in Begleitung einer vertrauten Person in der Lage, die alltäglichen Anforderungen, die teilweise starke Angst auslösen, zu bewältigen. Bei Menschen mit einer stark ausgeprägten Agoraphobie kann es zu einer völligen sozialen Isolation kommen. Diese Personen fühlen sich dann nur noch zu Hause sicher und verlassen die eigenen vier Wände nicht mehr, weil Ihnen dies zu gefährlich erscheint und zu starke Ängste auslöst.

Therapeutische Behandlung einer Agoraphobie

Bei der Behandlung von Agoraphobie hat sich zum einen die kognitive Verhaltenstherapie und zum anderen die Hypnosetherapie sehr bewährt.

Kognitive Verhaltenstherapie

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie erfolgt seitens des Psychotherapeuten erst einmal eine ausreichende Informationsvermittlung. Betroffene mit Agoraphobie (und Panikstörung) werden dazu ermutigt, ein Angsttagebuch zu führen um noch besser herauszufinden, wann und in welchen Situationen die Ängste mit welcher Stärke auftreten. Dies ist auch besonders zu empfehlen, um den allmählichen Therapiefortschritt gut erkennen zu können. Darüber hinaus werden in der Zusammenarbeit mit dem Psychotherapeuten Modelle erarbeitet, wie Angst und Panikattacken entstehen (z.B. Teufelskreis der Angst) und welche Faktoren bei der Aufrechterhaltung der Agoraphobie eine Rolle spielen.

Im Folgenden erfolgt dann in enger Begleitung mit dem Therapeuten eine Konfrontation mit den angstauslösenden Situationen im Sinne einer Exposition (Konfrontationstherapie). Dabei kommt es zu einer Desensibilisierung, so dass Situationen und Orte, die bisher Angst ausgelöst haben (Plätze, Menschenmengen etc.) nicht länger gemieden werden. Dadurch kommt es zu einer allmählichen Bewältigung und Reduktion der Angst durch Habituation.

Begleitet werden im Rahmen einer kognitiven Therapie auch die Kognitionen und Grundüberzeugungen beleuchtet, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Angst von Bedeutung sind.

Hypnosetherapie

Ein weiteres wirksames Verfahren bei der Behandlung von Agoraphobie mit oder ohne Panikstörung ist die Hypnotherapie. Mit Hilfe der Hypnoanalyse ist es möglich, die lebensgeschichtlichen Ursachen, die bei der Entstehung der Ängste und Panikattacken eine Rolle spielten, in den Fokus zu nehmen und dadurch auch auf der emotionalen Ebene weitreichende Veränderungen zu initiieren. Dadurch kann das Vermeidungsverhalten oder die soziale Isolation wieder überwunden werden, indem im zweiten Schritt eine Konfrontation mit den bisher angstauslösenden Situationen angegangen wird, so dass die Ängste damit überwunden werden können. Wie bei allen Angststörungen ist die Hypnotherapie eine sehr effektive Methode bei der Bewältigung und Auflösung der Symptome der Agoraphobie. Wenn Sie Fragen zur Anwendung der klinischen Hypnose haben, können Sie mich gerne kontaktieren.