Depressionen

Ursachen und Behandlung von Depressionen

Erfahrungsgemäss gibt es sehr viele Ursachen, warum Menschen an Depressionen erkranken. Dazu können Verlusterfahrungen gehören (z.B. der Tod eines geliebten Menschen, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust von Wertschätzung oder Anerkennung) oder auch andauernde Belastungssituationen (permanente Überforderung, langanhaltender Stress, Erfahrungen von Abwertungen im beruflichen oder persönlichen Bereich). Oder auch das Streben nach Perfektionismus, da dies oft mit ständigem Selbstüberforderungen, Schuldzuschreibungen an die eigene Person sowie generellen Frustrationserlebnissen einhergeht.

Meist werden die Grundsteine für die Entwicklung einer depressiven Erkrankung bereits im Kindesalter gelegt, wenn nahe Bezugspersonen die Bedürfnisse des Kindes nicht ausreichend beachten, das Kind nicht genügend wertschätzen oder immer wieder kritisieren oder abwerten. Dies führt dann seitens des Kindes zu starken Verletzungen des Selbstwertes, wodurch das Kind den Glauben an seine Einzigartigkeit und seine Fähigkeiten verliert, was im späteren Lebensverlauf in Kombination mit belastenden Lebensereignissen zu depressivem Erleben führen kann.

Wie äussert sich eine depressive Erkrankung?

In der Alltagssprache hört man Menschen  manchmal davon sprechen, dass sie momentan eine ziemlich “depressive Phase” haben. Sie meinen in diesem Zusammenhang dann aber eher, dass sie momentan ein Stimmungstief durchleben oder momentan nicht viel Freudvolles erleben. Dies ist allerdings deutlich zu unterscheiden von einer echten klinischen Depression. Genaugenommen gibt es auch nicht die eine klinische Depression, sondern mehrere Erscheinungsformen einer Depression. Diese werden heute auch als affektive Störungen bezeichnet. Hier eine ganz kurze und grobe Übersicht:

  1. die unipolare Depression: dies ist die am häufigsten vorkommende Form, gekennzeichnet durch untenstehende Symptome
  2. Dysthymie: Eine lang andauernde, chronische depressive Verstimmung, die jedoch minder schwer ausgeprägt ist als eine unipolare Depression
  3. die bipolare affektive Störung: wurde früher auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet; extreme Stimmungsschwankungen. Phasen von Euphorie und Überaktivität wechseln mit Phasen der Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit. Oft gravierend negative Folgen für Betroffene
  4. die Zyklothymie: minder schwere Form der bipolaren affektiven Störung bei der es zu minder schweren Stimmungswechseln kommt; Phasen sehr guter Stimmung wechseln sich über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren mit Phasen von Niedergeschlagenheit ab.
  5. Organische Affektive Störung: kann Auftreten als Folge einer körperlichen Erkrankung oder Störung (z.B. Hirnerkrankung, nach Infektionserkrankungen)
  6. Die Saisonale depressive Störung: Gekennzeichnet durch Stimmungs-einbrüche in Herbst und Winter

Weitere Erscheinungsformen von Depressionen

Darüber hinaus sprach man früher auch noch von einer endogenen Depression (die mutmasslich als Folge von Stoffwechselvorgängen im Gehirn oder erblichen Faktoren bedingt auftrat), und der reaktiven Depression (als Reaktion auf äußerst belastende, unverarbeitete Lebens-situationen, z.B. Trennung, Tod etc.). Diese Begrifflichkeiten sind aber veraltet, eine Einteilung findet heute nicht mehr ursachenbezogen sondern beschreibend und nach Schwere der depressiven Symptomatik statt.

Man unterscheidet dabei zwischen leichten, mittelgradigen oder schweren (ggf. mit psychotischen Symptomen) depressiven Episoden und rezidivierender Depression (wenn in der Biographie schon einmal eine depressive Episode bestand). Darüber hinaus hört man bisweilen den Begriff der Erschöpfungsdepression. Dabei handelt es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild; in der klinischen Praxis wird die Erschöpfungsdepression auch als Burn-out Syndrom bezeichnet.

In der Literatur ist klar festgelegt, ab wann man von einer depressiven Erkrankung spricht. Sie ist anhand der vorliegenden Symptome bei der unipolaren Depression feststellbar:

Wenn über einen längeren Zeitraum (von mindestens zwei Wochen) mehrere der folgenden Beschwerden auftreten, kann dies auf eine Depression hinweisen:

  • gedrückte Stimmung
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit
  • Interessenverlust, Freudlosigkeit
  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
  • Negative Zukunftsperspektive
  • Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlung
  • Schlafstörungen
  • Libidoverlust
  • Appetitlosigkeit

Spezifische Symptome bei Depressionen

Manchmal äußern sich Depressionen vor allem durch körperliche Symptome, wie Gewichtsverlust, Libidoverlust, Schlafstörungen oder Schmerzen. Es kann auch geschlechtsspezifische Unterschiede geben, so äussern sich Depressionen bei Frauen manchmal eher durch Traurigkeit, bei Männern durch Gereiztheit. Depressionen können nicht nur mit Erschöpfung, sondern auch mit einer erhöhten inneren Unruhe einhergehen.

Parallel dazu können noch andere Probleme oder Beschwerden auftreten, wie z.B. ein erhöhter Alkoholkonsum oder eine Suchterkrankung. Depressionen gehen auch oft mit anderen psychischen Erkrankungen einher, wie zum Beispiel Angststörungen.

Falls Sie die Vermutung oder die Gewissheit haben, dass in Ihrem Familien- Freundes- oder Bekanntenkreis jemand an einer Depression erkrankt ist, ist der Umgang mit dem Erkrankten manchmal belastend. Informieren Sie sich gerne in dieser Patienteninformation, was sie in diesem Fall berücksichtigen sollten.

Die Diagnostik und Behandlung der Depression

Aus dem vorweg beschriebenen wird deutlich, dass es viele verschiedenen Formen, Ausprägungen und Schweregrade einer depressiven Erkrankung gibt, die allerdings alle die Lebensqualität der Betroffenen deutlich reduziert. Das bedeutet, dass am Anfang einer Behandlung eine gute Diagnostik erfolgt, um eingrenzen zu können, inwieweit es sich überhaupt um eine Depression handelt und wie schwer diese ausgeprägt ist. Depressive Erkrankungen kann ich als approbierter Psychotherapeut im Rahmen einer Psychotherapie diagnostizieren und sehr gut und erfolgreich behandeln.

Ärztlicherseits werden im Rahmen einer Pharmakotherapie von Hausärzten oder Psychiatern oft Antidepressiva als Akuttherapie bei Depressionen verordnet, um eine Symptomkontrolle bei Betroffenen zu erzielen. Früher fanden dabei oftmals Monoaminoxidase-Hemmer Verwendung, heute meist die nebenwirkungsärmeren Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (DNRI), Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NARI) und noradrenerg und spezifisch serotonerge Antidepressiva.

In der Praxis wende ich bei der Behandlung der Depression die Hypnosetherapie zur Aufarbeitung früher Selbstwertverletzungen an und die Verhaltenstherapie zur Reflektion und Überwindung typischer Verhaltensmuster, die in Verbindung mit der Depression stehen. Erfahrungsgemäss können dabei leichte und mittelgradige Depressionen in überschaubaren Zeiträumen mit Hypnotherapie und Verhaltenstherapie überwunden werden.

Entgegen weitverbreiteter Auffassungen ist dabei meist gar keine langwierige psychotherapeutische Behandlung erforderlich; grosse Fortschritte werden erzielt, wenn frühere Verletzungen (in der Hypnose) verarbeitet worden sind, neuer Lebensmut geschöpft wurde und klare Zielsetzungen formuliert werden, an denen zusammen gearbeitet werden kann. Gerne bin ich Ihr Begleiter, der Sie auf dem Weg aus der Depression unterstützt. Schwere Depressionen behandele ich allerdings nicht ambulant. Diese müssen in einem stationären Setting in einer Klinik therapiert werden.


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