Selbstwert

Der Selbstwert in der Persönlichkeitsentwicklung

Ein angeknacktes Selbstwert-Gefühl spielt als übergeordnete Komponente bei vielen emotionalen Problemen und Beschwerden eine Rolle. Daher ist es verständlich, dass Klienten immer wieder fragen, wie geringes Selbstbewusstsein zustande kommt. Und was sich tun lässt, um das Selbstvertrauen zu stärken und systematisch aufzubauen? Aus Erfahrung wissen wir, dass durch bestimmte Lebensereignisse und die damit verbundenen Gefühle das Selbstbewusstsein gestärkt oder verletzt wird.

Die Entwicklung von Selbstwert und Selbstbewusstsein

Das Selbstwertgefühl beginnt sich schon im frühen Kindesalter zu entwickeln, sofern von den nahen Bezugspersonen die dafür notwendige Zuwendung und Unterstützung für das Kind erfolgt. So können Eltern bereits im frühen Kindesalter den Grundstein für ein gesundes Selbstbewusstsein ihrer Kinder legen. Nämlich indem sie ihre Kinder emotional annehmen und ihre Bedürfnisse ernst nehmen. Bei fast allen Menschen, die Selbstwertprobleme haben, spielt Ablehnung durch die Eltern oder andere nahe Bezugspersonen eine zentrale Rolle. Denn durch die mangelnde Annahme und Akzeptanz der nahen Bezugspersonen kann sich auch keine Selbstannahme entwickeln – ein entscheidender Faktor des Selbstbewusstseins. Eltern, die ihren Kindern nicht das Gefühl vermitteln können, in der Familie angenommen und geschützt zu sein, lösen bei ihren Kindern ein Gefühl von Minderwertigkeit aus. Dieses Gefühl von Minderwertigkeit prägt sich dann intensiv bei den Kindern ein und bestimmt deren Selbstbild. Durch die negative innere Wahrnehmung von sich selbst sind die Betroffenen anfälliger für weitere, durch die Umwelt verursachte Verletzungen im weiteren Lebensverlauf. Häufig entsteht in der Folge ein extremes Streben nach äußeren Erfolgen, um den inneren Mangel an Selbstbewusstsein auszugleichen.

Wie erkennt man ein geringes Selbstwertgefühl?

Menschen, die unter einem geringen Selbstwert leiden und eine niedrige Selbstachtung haben erkennen dies an der Art und Weise, wie sie mit sich selber umgehen, z.B. in ihren Gedanken. Dabei ist der gedankliche innere Kritiker immer präsent: „Wie kannst Du nur so dumm sein?“, „Du bist hässlich“, „Du bekommst aber auch gar nichts hin“, „Das hast Du schlecht gemacht“. „Du hast nichts besseres verdient“ etc. Oftmals ist in den Gedanken eine nicht endende Tirade von selbstabwertenden und selbstverletzenden Gedanken präsent. Betroffene würden mit Freunden oder Familienmitgliedern niemals so schlecht umgehen wie mit sich selber. Da ist es nur naheliegend, dass Gefühle von Minderwertigkeit, Eifersucht, Ängste und auch Depressionen mit dem geringem Selbstvertrauen Hand in Hand gehen können.

Durch die negativen Gedankenmuster und Überzeugungen brauchen Menschen mit geringem Selbstbewusstsein viel Bestätigung von aussen, so dass sie immer auf der Suche nach Lob und Akzeptanz in Partnerschaft und Freundschaften sind. Sie wirken dadurch oft besonders nett, möchten nicht unangenehm auffallen und wollen, das andere Menschen sie auf jeden Fall mögen und sympathisch finden. Da die innere Selbstkritik bereits so stark ist, versuchen Menschen mit geringem Selbstvertrauen Kritik von anderen Menschen unter allen Umständen zu vermeiden, da sie Kritik (auch sachliche Kritik) auf sich als Person beziehen und das Gefühl der frühen Ablehnung dadurch reaktiviert wird. Auch das Austragen von Konflikten ist daher bei Menschen mit geringem Selbstvertrauen schwierig und wird eher vermieden. Durch die Zurückhaltung können Menschen mit geringem Selbstwert ihre Kompetenzen und Fähigkeiten oft nicht richtig ausspielen und bleiben oft unter ihren Möglichkeiten.

Aber glücklicherweise gibt es in der Psychotherapie und im Coaching Methoden und Strategien, das Selbstbewusstsein wieder aufzubauen und zu stärken und einen gesunden Selbstwert zu entwickeln.

Selbstannahme und Selbstliebe. Einige Tipps

Um wieder ein gesundes Selbstwertgefühl entstehen zu lassen ist es also von grundlegender Bedeutung, auf neue und liebevollere Art und Weise mit sich selber umzugehen und den inneren Kritiker in die Verbannung zu schicken. Einige grundlegende, neue Haltungen können dabei sehr hilfreich sein:

  • Lerne, gnädig zu Dir selbst zu sein und verzeihe Dir Deine Fehler und Schwächen (schliesslich haben wir die alle, oder?)
  • Behandele Dich ab sofort genauso gut, wie Du Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin behandeln würdest (und die machst Du (hoffentlich) auch nicht klein, kritisierst sie permanent, wertest sie ab – sondern bist nett, liebevoll, mitfühlend, fürsorglich, nachgiebig, tolerant, tröstend, umgänglich etc.
  • Praktiziere Deinen veränderten Umgang mit Dir selber, indem Du Dich häufig lobst und Dich immer wieder belohnst
  • Sei geduldig mit Dir. Veränderungen geschehen nicht über Nacht, aber die kontinuierliche Arbeit (ob alleine oder mit der Unterstützung eines Therapeuten oder Coach) wird langfristig zu positiven Veränderungen führen

Trau lieber deiner Kraft als deinem Glück
(Publilius Syrus, römischer Aphoristiker)

Wie erkennt man einen selbstbewussten Menschen?

Es gibt viele verschiedene Bezeichnungen für den Selbstwert eines Menschen. Zum Beispiel Selbstvertrauen, Selbstachtung, Selbstbejahung, Selbstannahme, Selbstakzeptanz oder Selbstsicherheit. Alle diese Bezeichnungen stehen für bestimmte Persönlichkeitseigenschaften, Verhaltensweisen und Denkgewohnheiten, die selbstbewusste Menschen auszeichnen. So ist es typisch für einen selbstbewussten Menschen, sich gut damit zu fühlen, wie man ist und zu wissen, dass man sich mit seinen Stärken und auch Schwächen nicht zu verstecken braucht.

Selbstbewusste Menschen setzten sich Ziele, die sie konsequent umsetzen; Scheitern sie dabei, so schreiben sie dies den Umständen zu. Sind sie erfolgreich damit, so beziehen sie es auf sich und die eigenen Stärken. Sie äussern ihre Wünsche, setzen ihre Bedürfnisse so gut es geht um und rechtfertigen sich nicht für das was sie sind oder tun. Sie erleben ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit und gehen die Dinge an. Im Beruf sind sie leistungsfähig (ohne sich zu überfordern und auszubrennen). Sie führen zufriedenstellende Partnerschaften und pflegen ein soziales Netzwerk, in dem sie Unterstützung, Freude und Spass erleben.

Steigern des Selbstwertgefühls mit den Möglichkeiten von Psychotherapie und Coaching

Mit Hilfe der Hypnose ist es in Psychotherapie oder Coaching möglich, die verdrängten emotionalen Inhalte, die als Folge der Abwertungen und Ablehnungen in Kindheit und Jugend entstanden sind, systematisch freizusetzen. Dadurch können die damit verbundenen negativen Erfahrungen bearbeitet und überwunden werden, so dass ein gesundes, von innen wachsendes Selbstwertgefühl entstehen kann. Diese Veränderungen vollziehen sich auf ganz natürliche Weise. Dadurch verändert sich auch gleichzeitig der Umgang mit sich selber und die Art, über sich selber zu denken wird liebevoll und ist geprägt von Selbstannahme und Zuversicht. Sie werden auf einmal bemerken, dass Sie sich in manchen Situationen völlig anders verhalten als früher – selbstbewusster eben. So beginnen Sie auf einmal, für Ihre Überzeugungen einzustehen, Ihre Bedürfnisse einzufordern und umzusetzen oder Menschen zurechtzuweisen, die nicht gut mit Ihnen umgehen.

Selbstbewusstsein und SelbstvertrauenUnd eine Steigerung des Selbstbewusstsein ist sicherlich eine der besten Investitionen des Lebens, da eine grössere Lebensqualität und Selbstzufriedenheit automatisch damit einhergehen. Ausserdem auch eine viel grössere Selbstwirksamkeit: Sie glauben, dass sie stark genug sind, die Dinge umsetzen, die sie umsetzen möchten, auch bei widrigen Umständen.

Die Steigerung des Selbstbewusstseins bei meinen Klientinnen und Klienten ist auch für mich eine sehr dankbare Aufgabe. Denn dabei darf ich der allmählichen Entfaltung und Entwicklung der Menschen beiwohnen. Ich begleite auch Sie gerne auf Ihrem Weg, die alten Belastungen und einschränkenden Überzeugungen hinter sich zu lassen und ihr Potenzial zu entfalten.