Suchterkrankungen

Psychotherapie bei Suchterkrankungen

Suchterkrankungen können sehr zerstörerisch sein. Durch meine langjährige Tätigkeit als klinischer Psychologe in therapeutischen Einrichtungen und Fachkliniken der Suchttherapie (siehe auch: über mich) habe ich erlebt, dass der regelmäßige Konsum von Suchtmitteln sich zu einem ausserordentlich grossen Problem nicht nur bei den Betroffenen selber, sondern auch bei deren Familien ausweiten kann. Schnell kann es zu einer Abwärtsspirale der Suchtentwicklung kommen, bei der das Suchtmittel die ganze Wahrnehmung und den Lebensentwurf der Betroffenen tiefgreifend verändert. Langfristig kann dies nicht nur zu einem allmählichen körperlichen und mentalen Leistungsabfall am Arbeitsplatz führen. Sondern auch zu sozialem Rückzug, finanziellen Problemen, allmählicher Selbstzerstörung und massiven zwischenmenschlichen Problemen.

Was sind Suchterkrankungen?

In der Fachliteratur werden einige feststehende Kriterien formuliert, wodurch Suchtverhalten in der Form einer Abhängigkeit charakterisiert wird:

  • Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, das Suchtmittel zu konsumieren
  • Kontrollverlust bezüglich Beginn und Ende des Suchtmittelkonsums sowie der konsumierten Menge
  • Entzugssyndrom bei Reduktion oder Beendigung des Konsums
  • Toleranzentwicklung: immer höhere Mengen des Suchtmittels werden benötigt, um die anfangs erreichte Wirkung zu erzielen
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Suchtmittelkonsums, viel Zeit wird verwendet, um das Suchtmittel zu beschaffen und zu konsumieren
  • Trotz schädlicher Folgen (Leberschädigung, depressive Episoden, kognitive Einbussen) wird weiterhin konsumiert

Wir Psychotherapeuten unterscheiden zwischen verschiedenen Arten/Formen der Sucht:

  1. stoffgebundenen Süchte (z.B. Alkohol, Zigaretten, Cannabis, Amphetamine)
  2. stoffungebundene Süchte (z.B. Spielsucht, Kaufsucht, Internetsucht)

Hilfe bei Suchterkrankungen

Da es sehr viele verschiedene Schweregrade der Sucht gibt, kläre ich im Vorfeld mit Ihnen, inwieweit eine ambulante Behandlung mit verhaltenstherapeutischen Methoden und Hypnosebehandlung zielführend sein kann. Besteht eine stoffgebundene Sucht bereits seit längerer Zeit, ist eine körperliche Entgiftungsbehandlung in einer Klinik erforderlich, bevor psychotherapeutisch am Suchtverhalten und einer gesicherten Abstinenz gearbeitet werden kann.

Entstehung und Therapie der Suchterkrankung

Um eine Sucht tiefgreifend verändern zu können, ist in jedem Falle zu berücksichtigen, wie sich das Suchtverhalten entwickelt hat. Erfahrungsgemäss zeigt sich dabei häufig, dass das Suchtmittel in der Lebensgeschichte irgendwann einmal ein wichtige Funktion hatte, wie z.B. die Gruppenzugehörigkeit zu stärken, Ängste zu überwinden oder um mit Gefühlen von Hilflosigkeit, geringem Selbstbewusstsein, Überforderung, Einsamkeit oder Niedergeschlagenheit besser umgehen zu können. Daraus resultiert dann die Lernerfahrung, dass diese Gefühle mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln besser zu bewältigen sind und es entsteht der Teufelskreis der Sucht. Ist das Suchtverhalten einmal fest etabliert, kommt es zu einem ständigem Wechsel von zeitweiser Selbstwertsteigerung beim Konsum und starkem Selbstzweifeln, Selbsthass, Schuld oder Scham in Phasen nach exzessivem Konsum.

Sucht und andere psychische Erkrankungen

In vielen Fällen treten Suchterkrankungen mit anderen psychischen Störungen wie Depressionen oder Angststörungen auf. Oder der Suchtmittelkonsum dient als Versuch, Niedergeschlagenheit, Ängste,  Schlafstörungen  oder Selbstwert – probleme im Sinne einer “Selbstmedikation” zu überwinden. Diese Strategien sind erfahrungsgemäss nicht langfristig wirkungsvoll, sondern führen noch tiefer in das Suchtverhalten hinein. Aber es gibt wirkungsvolle Strategien, die Kontrolle über die Sucht wiederzugewinnen!

Suchterkrankungen: Was kann Psychotherapie leisten?

Psychotherapie (vor allem in Kombination mit Hypnosetherapie) ist bei der Bewältigung der Sucht eine grosse Unterstützung. Grundlage ist allerdings, dass der oder die Betroffene die feste Absicht hat und ausreichend gut motiviert ist, die Sucht auch wirklich hinter sich zu lassen! Ist dies der Fall, können in der Therapie belastende Lebenserfahrungen aufgearbeitet werden. Und ein anderer Umgang mit belasten Gefühlen kann erlernt werden. Darüber hinaus ist auch eine Veränderung des Verhaltens notwendig, um zukünftige “Gefahrensituationen” im Umgang mit dem Suchtmittel erfolgreich bewältigen zu können (z.B. bei einer Familienfeier angebotene Alkoholika ablehnen etc).

In der Suchttherapie wird auch individuell nach den bisherigen Auslösern für das Suchtverhalten geschaut. Dadurch können Sie neue Wege finden, dauerhaft suchtmittelfrei zu leben. Dabei ist die Aktivierung von inneren Ressourcen besonders wichtig, die gezielt durch Hypnosetherapie vollzogen werden kann. Dabei werden Fähigkeiten, die im Laufe des Lebensweges erworben wurden, genutzt, um eine stabile Abstinenz vom Suchtmittel erzielen zu können. In Kombination mit der auftretenden Tiefenentspannung werden in der Zusammenarbeit mit Ihrem Therapeuten wieder ganz neue Wege entdeckt, mit den alltäglichen Herausforderungen auf positive Art und Weise umzugehen. Gerne begleite ich Sie auf diesem Weg. Bei Unklarheiten, ob ich Ihnen auch bei Ihrem (Sucht)problem weiterhelfen kann, rufen Sie mich gerne einfach kurz an!